Mieteinnahmen richtig versteuern als Vermieter: Ein umfassender Leitfaden


Warum das Thema Mieteinnahmen steuerlich so wichtig ist
Wer Wohnraum oder Immobilien vermietet, erzielt Einkünfte, die in Deutschland steuerlich relevant sind. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele private Vermieter unsicher sind, welche Einnahmen tatsächlich versteuert werden müssen, welche Kosten abziehbar sind und wie hoch die tatsächliche Steuerlast am Ende ausfällt.
Gerade bei der ersten vermieteten Immobilie, aber auch bei mehreren Objekten, entstehen schnell Fehler in der steuerlichen Behandlung. Dieser Ratgeber von Bayern Makler 24 bietet Ihnen einen fundierten Überblick zur Besteuerung von Mieteinnahmen und zeigt, wie Sie rechtssicher handeln und steuerliche Vorteile gezielt nutzen.
Welche Einnahmen gelten steuerlich als Mieteinnahmen?
Als Mieteinnahmen gelten sämtliche Zahlungen, die Sie im Zusammenhang mit der Überlassung einer Immobilie erhalten. Dabei beschränkt sich die Steuerpflicht nicht ausschließlich auf die monatliche Kaltmiete.
Steuerlich relevante Einnahmen sind unter anderem:
- Die vereinbarte Grundmiete
- Umlagefähige Nebenkosten, sofern sie vom Mieter gezahlt werden
- Einnahmen aus Garagen, Stellplätzen oder Nebenräumen
- Entgelte für mitvermietete Einrichtungsgegenstände
Nicht zu den Mieteinnahmen zählen Kautionen, solange diese lediglich hinterlegt und nicht einbehalten werden.
Sind Mieteinnahmen immer steuerpflichtig?
Grundsätzlich unterliegen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung der Einkommensteuer. Entscheidend ist jedoch nicht die Höhe der Einnahmen, sondern das Ergebnis nach Abzug der Werbungskosten.
Erst wenn ein positiver Überschuss entsteht, fällt tatsächlich Steuer an. Insbesondere in den ersten Jahren nach dem Immobilienerwerb können hohe laufende Kosten dazu führen, dass keine oder nur geringe Steuern gezahlt werden müssen.
Gibt es einen Freibetrag für Mieteinnahmen?
Einen speziellen Freibetrag ausschließlich für Mieteinnahmen sieht das Steuerrecht nicht vor. Allerdings gilt der allgemeine Grundfreibetrag der Einkommensteuer.
Solange Ihr gesamtes zu versteuerndes Einkommen diesen Betrag nicht überschreitet, bleibt es steuerfrei. Dabei werden sämtliche Einkunftsarten berücksichtigt, nicht nur die Mieteinnahmen.
Welche Kosten können Vermieter steuerlich absetzen?
Vermieter dürfen zahlreiche Ausgaben als Werbungskosten geltend machen. Diese mindern den steuerpflichtigen Überschuss aus Vermietung und Verpachtung erheblich.

Zu den wichtigsten absetzbaren Kosten gehören:
- Schuldzinsen aus Immobilienfinanzierungen
- Abschreibung auf das Gebäude
- Reparaturen und laufende Instandhaltung
- Kosten für Hausverwaltung und Buchhaltung
- Grundsteuer
- Versicherungsbeiträge für die Immobilie
- Fahrtkosten zur vermieteten Immobilie
- Aufwendungen für Inserate oder Maklerleistungen
Voraussetzung ist stets ein klarer Zusammenhang mit der Vermietung sowie eine ordnungsgemäße Belegführung.
Abschreibung auf Immobilien richtig nutzen
Die Abschreibung ermöglicht es Vermietern, den Wertverlust des Gebäudes steuerlich zu berücksichtigen. Dabei handelt es sich um einen der wirkungsvollsten Hebel zur Steueroptimierung.
Grundlagen der Abschreibung:
- Abschreibungsfähig ist ausschließlich der Gebäudewert
- Der Grundstücksanteil ist nicht abschreibbar
- In der Regel beträgt die jährliche Abschreibung zwei Prozent
- Bei älteren Gebäuden können höhere Sätze gelten
Die Abschreibung mindert die Steuerlast, ohne dass ein tatsächlicher Geldabfluss entsteht.
Renovierungskosten oder Herstellungskosten richtig einordnen
Nicht jede bauliche Maßnahme kann sofort vollständig steuerlich geltend gemacht werden. Das Steuerrecht unterscheidet zwischen sofort abzugsfähigem Erhaltungsaufwand und langfristig abzuschreibenden Herstellungskosten.
Besonders relevant ist die sogenannte 15-Prozent-Grenze. Werden innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Kauf umfangreiche Modernisierungen durchgeführt, kann eine Pflicht zur Abschreibung entstehen.
Leerstand und Verluste steuerlich berücksichtigen
Auch bei leerstehenden Immobilien können Kosten steuerlich berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass eine ernsthafte Vermietungsabsicht besteht.
Diese lässt sich beispielsweise durch Inserate, Makleraufträge oder dokumentierte Besichtigungstermine nachweisen. Verluste aus Vermietung können mit anderen Einkünften verrechnet werden und so die Steuerlast insgesamt senken.
Private oder gewerbliche Vermietung: Wo liegt der Unterschied?
In den meisten Fällen handelt es sich bei der Vermietung von Wohnimmobilien um private Einkünfte. Eine gewerbliche Tätigkeit liegt nur bei besonderen Konstellationen vor, etwa bei sehr umfangreichen Vermietungsstrukturen oder zusätzlichen Dienstleistungen.
Für private Vermieter gelten vereinfachte steuerliche Regelungen, insbesondere im Hinblick auf Umsatzsteuer und Gewerbesteuer.
Umsatzsteuer bei Mieteinnahmen
Die Vermietung von Wohnraum ist grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Ausnahmen bestehen unter anderem bei der Vermietung von Stellplätzen an Dritte oder bei kurzfristiger Beherbergung.
In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, freiwillig Umsatzsteuer zu erheben, um im Gegenzug Vorsteuerabzüge geltend zu machen.
Mieteinnahmen korrekt in der Steuererklärung angeben
Mieteinnahmen werden im Rahmen der Einkommensteuererklärung in der Anlage V erklärt.
Hier werden sämtliche Einnahmen, Werbungskosten sowie Abschreibungen erfasst. Eine strukturierte Aufbereitung der Unterlagen erleichtert die Erstellung der Steuererklärung und reduziert Rückfragen des Finanzamts.

Häufige Fehler bei der Besteuerung von Mieteinnahmen
Viele steuerliche Nachteile entstehen durch vermeidbare Fehler. Dazu zählen unter anderem:
- Nicht genutzte Werbungskosten
- Fehlerhafte Berechnung der Abschreibung
- Falsche Zuordnung von Renovierungsaufwendungen
- Unzureichende Dokumentation bei Leerstand
Eine frühzeitige Prüfung der steuerlichen Situation kann finanzielle Nachteile verhindern.
Praktische Steuertipps für Vermieter
- Belege systematisch sammeln und digital archivieren
- Investitionen zeitlich sinnvoll planen
- Abschreibungspotenziale regelmäßig prüfen
- Verluste gezielt steuerlich nutzen
Gerade bei mehreren Immobilien zahlt sich eine langfristige Steuerstrategie aus.
Zusammenfassung: Steuerlich sicher vermieten
Die Besteuerung von Mieteinnahmen ist komplex, bietet Vermietern jedoch zahlreiche Möglichkeiten zur Optimierung. Wer seine Einnahmen korrekt erklärt und alle zulässigen Kosten berücksichtigt, kann seine Steuerlast deutlich reduzieren.
Bayern Makler 24 empfiehlt, steuerliche Fragen frühzeitig zu klären und bei größeren Investitionen professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar und dient ausschließlich der allgemeinen Information.
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